Fotodokumentation über die Anfänge von Hambühren II



Dieter Schmidt begrüßte kurz nach 19.00 Uhr ein neugieriges Publikum.
Die 100 Stühle im Pfarrsaal waren schnell besetzt und die abgestellten Tische mussten als Sitzgelegenheit herhalten. Zu unserer Freude kam nicht nur die ältere Generation, sondern auch die jüngeren Mitbürgen fanden den Weg in den Pfarrsaal. Über Hambühren wurde ja schon viel geschrieben und berichtet, diesmal war es aber ein Vortrag aus dem eigenen Erleben. Mit über 80, bisher unveröffentlichten, Fotos aus dem Familienbesitz, wurde die Geschichte Hambührens wieder lebendig. Die ersten Fotos aus dem Jahr 1948 zeigten ein Hambühren der besonderen Art. Eigentlich war nur Wald erkennbar. Um die jeweiligen Standorte wiederzuerkennen, waren diese auf den Fotos unten links in einer kleinen Straßenkarte sichtbar gemacht Nach dieser Einleitung starteten Peter Kampe und seine ältere Schwester Gudrun ihren Vortrag, der uns 90 Minuten in den Bann zog. Ihre Geschichte beginnt so:

Wohnraum war Mangelware und einige Personen erfuhren durch Zufall von den Bunkern, die nicht mehr benötigt wurden und machten sich für eine Nutzungsänderung stark. Die dafür neu gegründete Wohnungsbaugenossenschaft verhandelte mit den englischen Streitkräften über die Verwertung der Militärischen Bauten für zivile Zwecke. Wohnraum wurde dringend benötigt und so wurde der Umbau von zwei Mustergebäuden unter Auflagen gestattet. Es handelte sich dabei um die Bunker mit den Gebäudenummern 101 und 102.

Die privaten Fotos zeigten den Umbau des Bunkers Nr. 102 zu einem Wohnhaus. Die Motivation etwas zu schaffen war groß. Anfangs ohne Strom, Wasser holen vom Hydranten und ein alter Kleiderschrank wurde zum stillen Örtchen im Wald.

Einkaufsmöglichkeiten gab es kaum, Selbstversorgung war angesagt. Aber auch die weitere Entwicklung der ehemaligen Munitionsfabrik zu einer neuen Siedlung ist durch diese Fotos eindrucksvoll nachvollziehbar geworden. Die Kanalisation wurde unter die Erde gebracht, Strom- und Telefonkabel verlegt und Straßen gebaut. Ein Siedlungshaus reihte sich an das andere. Die Häuser wuchsen und der noch junge Wald, der als Tarnung für die Bunker angelegt wurde, musste wieder weichen.

Mit einer alten Postkarte aus den 1960er Jahren „Gruß aus Hambühren“ mit Hochhaus und Einkaufszentrum endete der Vortrag.

An dieser Stelle ein Dankeschön für das Interesse. Es hat uns sehr gefreut, dass viele Erinnerungen geweckt wurden. Auch haben einige Besucher alte Bekannte wiedergetroffen und es fanden etliche anregende Gespräche statt. Bedauerlicher Weise hatten wir kein Mikrofon zur Verfügung, so dass die hinteren Reihen dadurch benachteiligt waren. Nächstes Mal werden wir dies berücksichtigen. Der Eine oder Andere hat uns schon auf einen neuen Heimatkalender angesprochen, den wir auch gerne auflegen würden. Hierzu fehlt es uns aber an gutem Bildmaterial um den Kalender ansprechend zu gestalten.

Wer uns dafür Fotos zur Verfügung stellen kann, meldet sich bitte bei uns. Es müssen nicht unbedingt Papierbilder sein, wir sind in der Lage auch aus Negativen entsprechende Fotos zu erstellen.

Text und Fotos: Sabine Blossei